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boss Juli 2017 Ι 63 Ursprünglich wurden Siegel während der Antike im Mittelmeerraum zum Abdichten von Amphoren verwendet. Später dienten sie als sicherer Verschluss offizieller Schriftstücke. Auch heute findet man sie noch auf Urkunden, Briefen oder Manuskriptrollen. Kreative entdecken Siegel als dekorative Elemente für Geschenkverpackungen, Grußkarten, Menükarten, Visitenkarten oder Scrapbooking. Einen kleinen Einblick über Materialen und Möglichkeiten haben wir hier zusammengetragen. Werkstoffe planen Der traditionelle Siegellack ist sehr hart und brüchig. Er wird mit und ohne Docht oder als Granulat angeboten. Wegen seiner brüchigen Konsistenz ist er für den Briefversand nicht zu empfehlen. Das Siegelwachs hingegen enthält einen höheren Wachsanteil und ist daher besonders flexibel und bestens für den Postversand geeignet. Erhältlich ist dieses in Stangen mit und ohne Docht. Technik üben Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Siegel anzubringen. Bei allen Verfahrensweisen ist jedoch die Verflüssigung des Rohmaterials zwingend notwendig. Siegellack in Stangenform kann über einer Kerze erwärmt und auf das Papier getropft werden. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass sich Ruß bildet, der sich mit dem Siegelwachs vermischt. Geübtere zünden den Siegellack direkt an und tropfen ihn auf das Papier. Allerdings brennt der Lack hier weiter und muss mit einem Lackstift in kreisenden Bewegungen gelöscht werden. Siegelgranulat wird in einem Tiegel oder Löffel zum Schmelzen gebracht. Siegelstangen mit Docht werden direkt angezündet, haben aber ebenfalls den Nachteil, dass sich Rußvermischungen im Siegel befinden. Tipps: Erste Siegelversuche können auf einem Stück Backpapier geübt werden. Die Siegel können leicht abgezogen und verwendet oder misslungene Versuche wieder eingeschmolzen werden. Reste von Siegelwachs – auch in unterschiedlichen Farben – können problemlos gemischt werden. So erhält man tolle Marmoriereffekte oder sogar ganz neue Farben. Hilfsmittel verwenden Die Wachspistole ist das ideale Werkzeug für den regelmäßigen Gebrauch und zur Zeitersparnis beim Erhitzen des Siegelwachses über einer offenen Flamme. Das Siegelwachs kann auf Oberflächen wie Papier, Holz, Plastik, Stoff oder Karton angewendet werden. Einfach, sauber und schnell in der Handhabung, besonders für den kreativen Hobbybereich geeignet. Die Wachspistolen funktionieren wie Heißklebepistolen, werden aber nicht so stark aufgeheizt. Die maximale Erhitzungstemperatur liegt bei 50° C und ist daher auch für Kinder geeignet. �� Die traditionelle Form des Siegelwachses bietet z. B. J. Herbin an. Dieses Siegelwachs wird „Banker-Siegelwachs“ genannt, weil es früher von den Bankiers zur Versiegelung von Kassetten verwendet wurde.


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