Editorial

boss 07-2117

EDItorIal JulI 2017 Der Sommer hat Deutschland in diesen Wochen fest im Griff – und die Verbraucher scheinen derzeit eher weniger Interesse an den Sortimenten des Bürofachhandels zu haben. Doch noch sollte man das Jahr 2017 nicht verloren geben – es kommen ja nochmals sechs Monate. KONSOLIDIERUNG Eigentlich haben wir uns in der Redaktion vorgenommen, nicht immer wieder das hohe Lied der Veränderung, der Restrukturierung, der Konsolidierung zu singen. Ja, die Zeiten sind hart, die Konsolidierungen innerhalb der bürowirtschaftlichen Branche unübersehbar. Und dennoch kommen wir heute wieder einmal nicht darum herum. Die französische Group Hamelin hat Mitte Juni bekannt gegeben, dass man die Pro-Office-Gruppe übernehmen werde und damit in Europa eine noch stärkere Rolle bei Bürobedarf und Schule einnehmen wolle. Für Hamelin war es einfach zu verlockend, sich die gewachsenen Geschäfts- und Kundenbeziehungen von Pro Office in der DACH-Region sowie Osteuropa zunutze zu machen. Pro Office gilt als einer der führenden europäischen Hersteller von Weichplastikprodukten für die Bereiche Schule und Bürobedarf. Wir haben noch kurz vor Redaktionsschluss zusammen getragen, was es zu diesem Thema an Informationen gibt. Lesen Sie mehr dazu in unserem aktuellen Beitrag auf Seite 14. SANIERUNG Es war ein schweres Erbe, das Robert Brech als Holding-Geschäftsführer von Kaut-Bullinger im August des vergangenen Jahres angetreten hat. Sein Auftrag lautete Sanierung – und das war auch zwingend notwendig. Das Unternehmen hat sich in dieser Zeit massiv verändert, ist nicht mehr Soennecken-Mitglied, hat in der Inter-ES und bei der Büroring-Tochter Büroforum AG ein neues Zuhause gefunden und konnte seine Liquiditätssituation deutlich verbessern. Dennoch hat man noch nicht das gegenüberliegende Ufer erreicht. Als nächstes stehen Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft über einen Sanierungs-Tarifvertrag auf der Tagesordnung, wie Robert Brech in einem sehr aufschlussreichen boss-Interview bestätigte. Und auch das Thema Einzelhandel ist noch nicht abgeschlossen, hier gibt es eine Frist bis zum Ende des ersten Quartals 2018. Danach müssen sich die einzelnen Filialen selbst tragen können und aus der Verlustzone rauskommen. Es bleibt also spannend in München – und es ist spannend, das boss- Interview ab Seite 13 zu lesen. ÖFFNUNG Wann und wie oft darf der Einzelhandel seine Läden am Sonntag öffnen, wann sollte er das unbedingt tun und lohnt es sich? An diesen Fragen erhitzen sich die Gemüter von Einzelhändlern, Gewerkschaften, Kirchen, Gemeinden und Verbrauchern seit Jahren. Mit der Initiative „Selbstbestimmter Sonntag“ haben führende Warenhauskonzerne erst kürzlich die Diskussion neu belebt. Und der PBS-Fachhandel? Ihm fehlt eine starke Lobby zu diesem Thema, aber auch eine eindeutige Positionierung. Für den HBS sind die geltenden Regelungen ein Anachronismus, von der in erster Linie der Onlinehandel profitiert. Denn dessen Öffnungszeiten sind 24/7. Höchste Zeit also, dass sich mal wieder was tut. Wir haben uns im Handel allgemein, aber auch in der PBS-Szene umgehört. Mehr dazu ab Seite 8 ff. boss Juli 2017 Ι 3


boss 07-2117
To see the actual publication please follow the link above