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boss April 2017 Ι 29 Attraktiver Einzelhandel und attraktive Innenstädte sind eng miteinander verbunden. Doch was erwarten die Besucher im digitalen Zeitalter? Diesen und weiteren Fragen ist das IFH Köln nun zum zweiten Mal in der bundesweiten Untersuchung „Vitale Innenstädte“ nachgegangen und hat im Herbst 2016 insgesamt 58.000 Interviews mit Innenstadtbesuchern in über 120 Städten geführt. Leipzig, Erfurt, Heidelberg, Hilden, Wismar und Quedlinburg siegen in den einzelnen Größenklassen. Im Vergleich mit den anderen untersuchten Städten ihrer Kategorie können diese Top-Performer in Sachen Innenstadtattraktivität besonders punkten. auf das Internet zurückzugreifen. 87,8 % der Probanden gaben an, diese Produkte in einem Geschäft in der Stadt zu kaufen. Für 68 % der Befragten ist sogar ihre Heimatstadt der bevorzugte Einkaufsort für PBS-Produkte. Bei Telekommunikation oder Consumer Electronics hingegen ist der Onlinekanal schon heute bei jedem fünften der präferierte Einkaufsort. Was sich Kunden wünschen Die Gesamtattraktivität einer Innenstadt hängt aus Sicht der Studien-Teilnehmer von vielen Faktoren ab: Ambiente und Flair, Sauberkeit und Sicherheit sowie Erreichbarkeit, Öffnungszeiten und Parkmöglichkeiten. Jedoch liegen alle Städte, die in ihrer Größenklasse die beste Note für die Gesamtattraktivität erhalten, auch bei Ambiente und Flair weit vorne. Vom Einzelhandel wünschen sich die Passanten eine breite Angebotsvielfalt und ein verbessertes Einkaufserlebnis, das z. B. durch eine attraktive Schaufenster-und Fassadengestaltung aktiv beeinflusst werden kann. Ebenso gaben die Befragten an, sich mehr digitale Services zu wünschen. Zwei von drei Passanten ist der Zugriff auf ein kostenfreies W-Lan in der Innenstadt wichtig. Auch bei stationären Kunden beginnt die Customer Journey im Internet. Demnach ist es unabdingbar, dass ein Händler online gefunden wird und Informationen zu Produkten, Öffnungszeiten, Laden und Sortiment vorhanden sind. Die Möglichkeit, online Informationen einzuholen oder online bestellte Ware in der Innenstadt abholen zu können, ist mehr als jedem zweiten Befragten wichtig. Dahingegen ist ein eigener Onlineshop weniger zwingend. Lokale Onlinemarktplätze werden von knapp 44 % der Besucher als wichtig bewertet. �� Vitale Innenstädte überzeugen IFH-STUDIE | Zahlreiche deutsche Innenstädte kämpfen mit sinkenden Besucherzahlen und schwindenden Handelsangeboten. Von pauschaler Verödung kann allerdings nicht die Rede sein: Deutschlands größte Studie zur Innenstadtattraktivität „Vitale Innenstädte“ 2016 hat untersucht, was eine Innenstadt im digitalen Zeitalter attraktiv macht. PBS wird vor ort gekauft Im Gesamtdurchschnitt bewerten die Deutschen ihre Innenstädte wie schon in der Erhebung 2014 mit der Schulnote 3+. Lediglich Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern konnten ihre Bewertung leicht verbessern. Obwohl jeder fünfte Befragte angibt, aufgrund vermehrten Online-Shoppings seltener in die Innenstadt zu fahren, ist die größte Konkurrenz der Stadtzentren nicht ausschließlich das Internet. In vielen Branchen zeigt sich, dass der stärkere Wettbewerb um Innenstadtbesucher zwischen den stationären Standorten stattfindet. So wandern Innenstadtbesucher z. B. im Büro- und Schreibwarenbereich eher in andere Städte ab, anstatt Beliebt bei Innenstadtbesuchern ist Leipzig: Es belegt bei der Gesamtattraktivität den ersten Platz. Bild: Heike / Pixelio.de


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