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boss 03-2017

boss März 2017 Ι 61 Holzgewinnung in Eigenregie STAEDTLER | Es ist der nächste große Schritt in Richtung nach - haltigen Wachstums: Nach den in der Firmengeschichte bislang besten Jahren 2015 und 2016 investiert Staedtler in eine eigene Plantage. Dieser Schritt ist ökologisch wie ökonomisch gleichermaßen zukunftsweisend. Plantage 35 bis 40 % des Holzbedarfs des Unternehmens abdecken. Bisher bezieht Staedtler sein Holz ausschließlich über Zulieferer. Positive ökologische Folge der eigenen Holzplantage ist, dass die CO2-Bilanz deutlich verbessert wird. „Unsere Plantage wird den CO2-Ausstoß absorbieren, den wir weltweit ausstoßen“, bringt es Marx auf den Punkt. Wachstumspotential erschließen Strategisch ist die Ansiedlung der Plantage und der geplanten Holzbrettchenproduktion in Ecuador auch aus einem anderen Grund sinnvoll. Staedtler plant, sich in Lateinamerika Märkte mit enormem Wachstumspotential zu erschließen. „Die Wettbewerbssituation in Lateinamerika bedingt eine Produktion auf dem amerikanischen Kontinent. Mit diesem ersten Schritt werden wir zukünftig Marktanteile gewinnen“, ist Marx überzeugt. Für die Zukunft schließt er deshalb auch nicht aus, eine zusätzliche Produktion auf dem amerikanischen Kontinent aufzubauen. Nordamerika beschert der Staedtler-Gruppe seit mehreren Jahren das größte Wachstum. Mit der Plantage in Ecuador hat der Stifte- Hersteller eine wichtige Voraussetzung für weiteres Wachstum geschaffen. �� Seit jeher hat sich Staedtler voll und ganz dem Motto „efficient for ecology“ verschrieben. Das gilt für die Produkte ebenso wie für die Produktionsprozesse. Im Fokus der Nachhaltigkeitsentwicklung steht der nachwachsende Rohstoff Holz. „Holz ist das Herzstück unserer holzgefassten Stifte und daher essentiell für Staedtler. Deshalb ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, diesen Rohstoff zu schützen“, erläutert Geschäftsführer Axel Marx. Für die Herstellung wird nur Holz aus zertifizierten, nachhaltig bewirtschafteten Forstwirtschaften verwendet. Mit einer eigenen Plantage geht Staedtler nun noch einen Schritt weiter: Von der Auswahl der Baumart nach ökologischen und ökonomischen Kriterien bis hin zu den Anbaubedingungen unter strengen Umwelt standards nimmt das Unternehmen die Produktion von Holzbrettchen zur Stifteherstellung selbst in die Hand. Hohe Investition Im südamerikanischen Ecuador fand das Unternehmen die geeigneten Bedingungen für eine eigene Plantage mit einer Fläche von rund 1.800 Hektar. Angebaut wird die Gattung Gmelina arborea, ein Lippenblütler, der sehr schnell wächst. In den nächsten zehn Jahren will Staedtler insgesamt rund 7 Mio. Euro in das Projekt investieren. Nach etwa sechs Jahren soll der erste Holzeinschlag möglich sein. Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt wird ein angeschlossenes Brettchenwerk fertiggestellt, in dem etwa 60 neue Mitarbeiter die Brettchen herstellen, aus denen anschließend Stifte produziert werden können. Von dort aus sollen dann die Produktionsstandorte in Deutschland, Indonesien und Thailand bedient werden. Mittelfristig soll die Im angeschlossenen Brettchenwerk sollen in Zukunft etwa 60 neue Mitarbeiter die Brettchen herstellen, aus denen anschließend Stifte produziert werden können.


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