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boss 03-2017

?Sie engagieren sich gerne ehrenamtlich. Welche Projekte unterstützen Sie dabei? Herdegen: Zu allen Projekten, die ich unterstütze, habe ich einen persönlichen Bezug. Im Augenblick ist das die Tafel in Arzberg in der Nähe meines Heimatdorfes, die Selbsthilfe-Organisation DSCM (wer die Bedeutung wissen möchte, am besten auf der Website nachlesen: www.deutsche-syringomyelie.de), „Stars4Kids“ und die Kinderhilfsorganisation Plan. ?Was hat Sie dazu bewogen, sich mit Herz und Hand dafür einzusetzen? Herdegen: Ein Kollege hat mir mal gesagt, dass er sich engagiert, weil wir die Verantwortung haben, denen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können. Im Grunde ist es bei mir Dankbarkeit, Verantwortungsgefühl und die Freude daran, helfen zu können. ?Eine aufwändige Aufgabe. Wieviel Zeit verbringen Sie mit diesen Ämtern? Herdegen: Viel weniger als die meisten ehrenamtlichen Helfer. Im Monat kommen bei meinen ganzen ehrenamtlichen Tätigkeiten ungefähr 8-10 Stunden zusammen. ?Welches Erlebnis hat Sie ganz besonders berührt? Herdegen: Da durfte ich schon einige erleben, 44 Ι boss März 2017 aber am meisten berühren mich immer die begleitenden Kinder der Familien, die bei der Tafel unsere Kunden sind (wir benutzen bewusst den Begriff „Kunde“). ?Warum raten Sie auch Kollegen und Freunden dazu, Bedürftigen zu helfen? Herdegen: Den Ratschlag darf ich nicht geben, weil es vermessen wäre. Jeder hat sein persönliches Lebensmodell und oftmals ist wirklich kaum Platz dafür, sich ehrenamtlich zu engagieren. Ich bin aber auch immer wieder positiv überrascht, wie viele Menschen in meinem Umfeld ebenfalls Helfer sind und auch in unserer Branche durfte ich schon tolle KollegInnen kennenlernen, die mich sogar bei meinen eigenen Projekten aktiv mit Spenden unterstützt haben. Doch ich kann erzählen, was das Engagement vielen der Helfer gibt: tiefgehende Momente der Freude, der Dankbarkeit aber vor allem – Sinnhaftigkeit. Ja und darüber hinaus ist es das Solidarprinzip der Menschlichkeit: helfen und geholfen werden. ?Konnten Sie seit Ihrem Start bei Trodat auch bei den Mitarbeitern das Bewusstsein in puncto soziale Verantwortung stärken und welche Aktionen wurden bereits umgesetzt? Herdegen: Ich musste gar nicht mehr das Bewusstsein in puncto sozialer Verantwortung stärken. Jeder meiner Kollegen ist schon im Rahmen seiner Möglichkeiten engagiert und genau das versuchen wir seitens Trodat auch zu unterstützen: das Engagement unserer Mitarbeiter und Kunden mit zu tragen. Das aktuellste Beispiel wäre da die Salzburger Straßenzeitung „Apropos“, deren Straßenverkäufer wir zusammen mit einem unserer Kunden unterstützt haben. Vielen Dank für das Gespräch. stt �� Freude am Helfen TRODAT | Es gibt sie noch: Menschen, die Verantwortung übernehmen. Für die Umwelt, für die Mitmenschen und vor allem für diejenigen, die krank sind, hilflos oder sich in sozialen Schwierigkeiten befinden. boss sprach mit Armin Herdegen, Geschäftsführer Trodat, der ehrenamtlich zahlreiche Projekte unterstützt. Armin Herdegen, Geschäftsführer Trodat. Trodat ist Partner des humanen Zeitungsprojekts „Apropos", das Menschen in sozialen Schwierigkeiten dabei unterstützt, sich selbst zu helfen.


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