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boss 03-2017

boss März 2017 Ι 41 Events regionaler Hochschulen und Kommunen oder auch die Ausbildungsmesse „Schule macht Betrieb“. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, neben persönlichen Bewerbungsgesprächen auch Schnupper-Praktika anzubieten. Darüber hinaus betreuten wir als Praxispartner zahlreiche wissenschaftliche Studien- und Abschlussarbeiten, aus welchen bereits langjährige Arbeitsverhältnisse zustande gekommen sind. Hierzu zählt auch eine Dissertation zum Thema „Flatrate für Bürobedarf“, welche von der Prüfungskommission der Technischen Universität Chemnitz mit „magna cum laude“ ausgezeichnet wurde“, berichtet Daniela Schmaus. Qualität vor Quantität Seit mehr als 20 Jahren bildet das Unternehmen in verschiedenen Berufen aus, so etwa Bürokaufmann/Bürokauffrau sowie Kaufleute im Groß- und Außenhandel und Fachkräfte für Lagerlogistik. Seit 2014 wird darüber hinaus die Ausbildung zum Fachinformatiker angeboten. Daniela Schmaus: „Das Ergebnis ist, dass unser Unternehmen heute einen erfahrenen und gleichzeitig mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren noch immer recht jungen Mitarbeiterstamm aufweist. Wir sind stolz, dass wir auch im vergangenen Jahr motivierte Auszubildende gefunden haben. Gern hätten wir noch weitere Ausbildungsplätze besetzt. schwer hörende Mitar beiter“, so Daniela Schmaus weiter. Dieses Forschungsprojekt wird mittels Zuwendungen aus dem Ausgleichsfonds für überregionale Vorhaben zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Mittlerweile ist der Umgang zwischen Mitarbeitern mit und ohne Handicap zur Normalität geworden. Dazu hat auch ein Seminar über Gebärdensprache beigetragen, bei dem die hörenden Mitarbeiter gemeinsam mit den gehörlosen Kollegen Einblick in die Sprachwelt gehörloser Menschen erhielten. „In der verstärkten Einbindung von Mitarbeitern mit Handicap sehen wir einen Ansatz zum Ausgleich des spürbaren Fachkräftemangels und gleichzeitig die Vorbereitung auf unsere gelebte Personalpolitik von morgen.“ cs �� Zum Unternehmen Die 1990 gegründete Schmaus GmbH ist ein mittelständisches Fachhandelsunternehmen mit Standort in Hartmannsdorf bei Chemnitz. Das Unternehmen be - liefert deutschlandweit mehr als 40.000 Büroarbeitsplätze mit C-Artikeln rund um das Büro. Dazu gehören Papier-, Büro- und Schreibwaren, Gästebewirtungs - bedarf, Reinigungs- und Hygiene - artikel sowie kundenindividuelle Druckerzeugnisse und Werbemittel. Derzeit beschäftigt die Schmaus GmbH 46 Arbeitnehmer. Aktuell werden im Unternehmen drei Auszubildende angelernt. Plattform für Handel und Studierende Eine Karriere im Einzelhandel gehört bei Hochschulabsolventen bisher nicht zur ersten Wahl. Das soll die Online-Plattform EHI Retail Talents ändern. Denn um die Führungskräfte von morgen für den Einzelhandel zu begeistern, müssen sie diesen erst mal kennenlernen. Praktika oder Abschlussarbeiten im Marketing, in der Logistik oder im Business Developement sind nur einige der Möglichkeiten, wie das gelingen kann. Durch den gemeinsamen Auftritt des Handels auf einer Plattform erhalten die Studierenden eine bequeme Übersicht über alle aktuellen Ausschreibungen. www.ehi-retail-talents.de Allerdings halten wir uns bei der Auswahl von geeigneten Bewerbern an die Regel: Qualität geht vor Quantität.“ Bildung wird groß geschrieben Neue Mitarbeiter zu finden ist das eine Thema, bestehende zu halten das andere. Deshalb geht Schmaus stark auf die Weiterbildungswünsche seiner Mitarbeiter ein: „Neben regelmäßigen Produktschulungen bieten wir unseren Mitarbeitern im kaufmännischen Bereich die Möglichkeit, sich beispielsweise zum Zertifizierten Fachberater für Papier-, Büro- und Schreibwaren weiterzubilden. Dieses vom Handelsverband Büro und Schreibkultur (HBS) angebotene Schulungsprogramm schlossen bereits acht unserer 46 Mitarbeiter ab“, so Daniela Schmaus. Handicap ist kein Hindernis Weiterhin werden soziale Aspekte bei Schmaus groß geschrieben. So arbeiten zwölf Mitarbeiter mit sprachlichen, körperlichen oder geistigen Handicaps bei dem Bürobedarfsspezialisten. Darunter sind sechs Mitarbeiter gehörgeschädigt oder gehörlos. „Wir haben für diese besonders motivierten und loyalen Mitarbeiter ein eigenes Integrationsprojekt etabliert: Zur Verbesserung der Kommunikation zwischen hörenden und gehörlosen Mitarbeitern wird derzeit an dem Forschungsprojekt ,Work-by-Inclusion’ in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München sowie dem Softwarehersteller CIM gearbeitet. Hier geht es um die Entwicklung einer Datenbrille, welche das beleglose Kommissionieren im Logistikbereich ermöglicht – sowohl für hörende als auch für nicht oder nur


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