Office- & Digitaldruck-Papiere - Antalis Interview mit Herbert Geis

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INTERVIEW MIT HERBERT GEIS, ANTALIS „WENIGER IST OFT MEHR“ DI Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Drei Preiserhöhungen 40 | Digital Imaging 1-2018 für holzfrei ungestrichene Papiere (UWF) in neun Monaten und die vierte steht bereits vor der Tür: Das klingt nach vielen Meetings und Diskussionen mit Kunden, die ja nur in den seltensten Fällen ausgesprochen euphorisch auf steigende Preise reagieren… HERBERT GEIS 2017 war in der Tat ein turbulentes Jahr: Preiserhöhungen im Drei-Monats-Rhythmus binden intern erhebliche Vertriebsressourcen. Die Argumentation ist schwierig und zeitaufwändig. Da kommt man kaum noch zum Verkaufen. Von den Kunden ganz zu schweigen: Die sind freilich wenig begeistert, wenn die Preise in so kurzer Zeit gleich mehrmals angehoben werden… Das einzig Positive daran, wenn man es so bezeichnen möchte, ist, dass die Preiserhöhungen alle Marktteilnehmer gleichermaßen getroffen haben: Da konnte keiner ausscheren, und es gab auch keine Möglichkeiten auszuweichen. Jeder musste da durch. DI Sind alleine die zuletzt stark gestiegenen Zellstoffpreise auf dem Weltmarkt ursächlich für diese Preis- Rallye, oder nutzt die Industrie die Situation zudem aus, um ihre Erträge nach mageren Jahren wieder aufzupolieren…? HERBERT GEIS Die deutlich gestiegenen Zellstoffpreise waren sicherlich ein wesentlicher Faktor, aber nur ein Teil der Wahrheit. Weitere Faktoren sind unter anderem die niedrigeren Frachtkosten für Container- Ware nach Nordamerika, ein gegenüber dem Euro starker US-Dollar und das Preisgefälle zwischen Euro- und US-Dollarmärkten: Das hat zusätzliche Anreize für den Export geschaffen. Dass sich der russische Markt nach seiner Schwächephase zuletzt wieder erholt hat, führte dazu, dass von dem in Russland produzierten Papier weit weniger Ware nach Westeuropa importiert wurde als noch vor ein, zwei Jahren. Zusätzlich gab es ab Mitte August einen Totalausfall einer großen Produktionsmaschine bei Stora Enso. All diese Faktoren haben in Summe dazu geführt, dass sich die Import-Export-Bilanz für Europa im letzten Jahr komplett gedreht hat: Die Importe von UWF-Papieren nach Westeuropa haben deutlich abgenommen, zugleich haben die Exporte spürbar zugelegt. Wir haben in Europa mittlerweile einen klassischen Verkäufer- Er ist ein wandelndes Papierlexikon und mit der Branche schon seit über 20 Jahren aufs Engste verbunden: Insofern ist Herbert Geis der ideale Interviewpartner, wenn man die Entwicklungen auf dem europäischen (und auch globalen) Papiermarkt genauer unter die Lupe nehmen will. Zudem kennt er als langjähriger Commercial Director bei der Antalis GmbH auch die Besonderheiten und Befi ndlichkeiten des Handels wie kaum ein Zweiter. Ideale Voraussetzungen für ein ebenso gehaltvolles wie kurzweiliges Exklusiv-Interview.  Herbert Geis: „Die Grundsatzentscheidung, sich im kommerziellen Geschäft mehr auf profi table Qualitäten als auf die Commodity-Produkte zu fokussieren, war auf jeden Fall richtig.“ Offi ce- & Digitaldruck-Papiere


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