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Tinten- und Tonerkartuschen zu entwickeln. Die skandinavischen 24 | Digital Imaging 1-2018 Länder oder England sind Deutschland, was die Umsetzung solcher Konzepte angeht, weit voraus. Das liegt unter anderem daran, dass es beim Umgang mit Elektroschrott hierzulande noch große Informationsdefi zite gibt. Was zum Beispiel kaum jemand weiß: Die unrechtmäßige Entsorgung von Tintenpatronen kann mit bis zu 800 Euro Strafe geahndet werden. DI Außen vor gelassen haben wir bei dieser Betrachtung bislang unsere chinesischen Freunde: Welchen Schaden verursachen Billigklone aus Fernost, die containerweise nach Europa geschippert werden, nach Ihrer Einschätzung im europäischen Markt…?  Groß geworden ist 3T Supplies mit Tintenpatronen: Das Foto zeigt die Inkjet- Produktion.  Der aktuelle Business-Inkjet-Boom bestätigt den Kurs der Schweizer. ALFRED WIRCH Nach unterschiedlichen Schätzungen kommen aktuell etwa ein Viertel der in Deutschland eingesetzten Tintenpatronen aus Fernost. Das sind jährlich ca. 50 Millionen. In Zeiten von Amazon und Ebay sind in Deutschland – nahezu völlig unkontrolliert – riesige Lagerbestände an Tintenpatronen aufgebaut worden. Nicht selten in Form gefälschter Markenware, für die weder Mehrwertsteuer nach Zollgebühr entrichtet wurden. Damit sind dem deutschen Staat nicht nur hohe Steuereinnahmen verlorengegangen, sondern – wie das Beispiel Pelikan zeigt – es hat auch eine Reihe von Arbeitsplätzen hierzulande gekostet. Wir fordern deshalb den deutschen Gesetzgeber auf, mehr zu tun, um diesen unfairen Wettbewerb zu stoppen. DI Wie sehen Sie Peach als Marke in dem intensiven Wettbewerbsumfeld positioniert? ALFRED WIRCH Als erfolgreicher Anbieter von Alternativpatronen müssen sie die Chemie der Tinte verstehen, sie müssen über Produktionsanlagen verfügen, um Tintenpatronen sauber zu befüllen, und sie müssen die Elektronik der integrierten Chips verstehen, um diese nach dem Recyceln wieder in den Urzustand zurückzusetzen. Wenn Sie über all diese Kompetenzen verfügen – und das tun wir bei Peach – dann können Sie erfolgreich operieren. DI Sie sind einer der schärfsten Kritiker des ‚Quasi-Monopols‘ der großen OEMs, das die Verbraucher teuer zu stehen kommen würde. Können Sie das für uns in konkrete Zahlen fassen, Herr Wirch…? ALFRED WIRCH Würden die europäischen Anwender vermehrt Alternativpatronen einsetzen, wären die Kaufkraftgewinne enorm. Bei etwa 500 Millionen Druckerpatronen, die jährlich in Europa verbraucht werden, und einem durchschnittlichen Originalpreis von 20 Euro können die Anwender bei einem (fi ktiven) Komplettumstieg auf halb so teure Alternativprodukte nicht weniger als 5 Milliarden Euro pro Jahr einsparen. Das ist eine Menge Geld… Herzlichen Dank für das Interview! |ho| TREFFEN IN FRANKFURT Das Interview hat Sie neugierig gemacht und Sie wollen mehr über 3T Supplies erfahren? Dann statten Sie dem Unternehmen auf der Paperworld einen Besuch ab – im Teilbereich Remanexpo (Halle 6.0, Stand B20). Hardcopy-Supplies


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