Verisiti Drohender Supergau

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HOCHSICHERHEITS-CHIPS VON VERISITI BEDROHEN REMAN-INDUSTRIE DROHENDER SUPER-GAU Nicht genug, dass Bill und Michael Swartz vor zweieinhalb Jahren das frisch von ihrem Vater geerbte Unternehmen Static Control an den Feind persönlich – Ninestar – verkauft haben. Jetzt gehen sie noch einen Schritt weiter: Mit der neu gegründeten Firma Verisiti sollen Mikrochips mittels SSiL-Verschlüsselung dauerhaft vor einem ‚Reverse Engineering‘ geschützt werden. Manche Insider befürchten, dass dieser Angriff die Reman-Branche bis ins Mark treffen könnte. Einziger Hoffnungsschimmer: Es gibt Branchen, die für solche Hochsicherheits-Chips deutlich mehr zahlen können als die Imaging-Industrie: Und für das Argument Geld waren die Swartz-Brüder ja bekanntlich immer schon aufgeschlossen… VERISITI Wozu monopolistische Strukturen in einer Branche, in der es immer schon ein Hauen und Stechen gab, führen, konnten wir vor wenigen Monaten beobachten: 16 | Digital Imaging 1-2018 Zum 1. Juni 2017 hatten Apex und Static Control – beide gehören bekanntlich zur Ninestar-Gruppe – mal eben die Preise für Mikrochips für die Lexmark MS/MX/CS/CX-Serien um bis zu 300 % erhöht. Da Lexmark ebenso zum Ninestar-Konzern gehört wie Static Control, haben die Chinesen hier ein komfortables Monopol. Das sie jetzt schamlos ausnutzen. Doch damit nicht genug. Seit einigen Monaten wird bereits der nächste Angriff auf die Reman-Branche vorbereitet: So haben die Brüder Bill und Michael Swartz zusammen mit ehemaligen SC-Ingenieuren und Mitarbeitern das Unternehmen Verisiti gegründet. Dieses hat sich vor allem ein Ziel auf seine Fahnen geschrieben: Mikrochips mithilfe einer ausgefeilten SSiL-Verschlüsselungs Technologie dauerhaft vor einem ‚Reverse Engineering‘ zu schützen. Dazu heißt es wörtlich auf der Homepage: „Verisiti hat eine einzigartige, patentierte Technologie entwickelt, die Mikrochips davor schützt, von ‚Banditen (Outlaws)‘ umprogrammiert oder gehackt zu werden“. Gerüchteweise soll die neue Technologie erstmals 2018 bei Lexmark-Chips zum Einsatz kommen. Das macht insofern Sinn, als die Chinesen hier aufgrund ihrer Quasi-Monopol-Stellung eine ungestörte Spielwiese haben. Klappt die Hightech-Abschottung der Lexmark- Chips vor einem Nachbau, dann könnte man an weitere OEMs herantreten. Und – angesichts sinkender Absatzzahlen bei den meisten Druckerherstellern – dort durchaus offene Türen einrennen. Schließlich ist ein Zurückdrängen der Anbieter alternativer Toner und Tinten gleichzusetzen mit steigenden Original-Supplies-Erlösen. Delacamp-Vorstand und Mitglied im Netzwerk der Deutschen Kartuschenaufbereiter DKWU, Volker Kappius, sieht in den Plänen von Verisiti eine große Gefahr für die Reman-Branche: „Wenn die Technologie auch das Resetten der Chips verhindert, dann wäre das für die Branche ein echter Super- GAU.“ Er geht davon aus, dass die Swartz-Brüder zunächst eng mit Ninestar zusammenarbeiten, schließlich ist man über den Verkauf von Static  Das US-Unternehmen Verisiti entwickelt hochverschlüsselte Chips – und könnte der Reman-Branche damit substanziell schaden. (© Fotolia/Cherezoff) Hardcopy-Supplies


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