Digitalisierung / Organisation

BIT 02-2017

Geschäftsprozesse 46 | BIT 2–2017 Digitalisierung gfo: Für eine ganzheitliche Prozessoptimierung und Prozessdigitalisierung Organisation 4.0 Die ganzheitliche Prozessoptimierung- und -digitalisierung wird eine immer größer werdende Herausforderungen an alle Organisationen, die ihre Geschäftsprozesse vereinfachen, beschleunigen, fehlerfrei und verschwendungsfrei gestalten und umsetzen wollen. Zuständig hierfür ist das Business- Process-Management (BPM) als zentrales Führungsinstrument, das eine ganzheitliche Prozessgestaltung im Rahmen von Organisation 4.0 sicherstellt. Ganzheitlich bedeutet in diesem Zusammenhang alle Kunden-, IT-, Regelwerks-, Managementsystem- und Compliancesichten unter Berücksich - tigung ökologischer, ökonomischer, technologischer und sozialer Anforderungen in einem BPM-Konzept zu integrieren. Dies auch unter dem Gesichtspunkt des systematischen Aufbaus einer organisationsspezifischen Wissensmanagementbasis. Entscheidend für das Erreichen des Optimums ist die prozessorientierte Organisationsentwicklung – hier als Organisation 4.0 bezeichnet – mit einer BPM-hardund softfactsbezogene Ausbalancierung der Strategie- und Zielvorgaben sowie den Umsetzungsmaßnahmen. Agile Methoden Funktionsorientierte Organisationsstrukturen sind aufgrund der aus - geprägten Arbeitsteilung mit vielen Hierarchiestufen und der damit verbundenen horizontalen und vertikalen Schnittstellenproblematik sehr un - flexibel. Es besteht ein hoher Abstimmungsbedarf bzw. Kontrollbedarf. Außerdem fehlt durch das Abteilungsdenken der Kundenbezug. Deshalb ist eine prozessorientierte Organisation notwendig, um agile Methoden anwenden zu können. Die ebenfalls heute noch verbreitet praktizierte funktionsorientierte Budgetverant - wortung für funktionsübergreifende Prozesse mit starren und häufig wechselnden Planungsvorgaben ist dabei ein weiteres Defizit, das durch die Prozessorientierung wesentlich reduziert wird. Durch die Prozessdigitalisierung mit der informatorischen Vernetzung der Kernprozesse innerhalb der Wertschöpfungskette mit Echtzeitreporten aus Big Data und Einbindung der Prozessbeteiligten über Mobile Enterprise wird eine hohe Reaktionsfähigkeit auf Kundenwünsche möglich, d. h. eine schnelle und agile individuelle Kundenauftragsdurchführung wird erreicht. Unsicherheit und Komplexität wesentlich reduziert. Reale Welt durchdringen Die Digitalisierung der Geschäfts - prozesse, d. h. die Informations- und Datenverarbeitung in digitaler Form bei der Prozessdurchführung, wird durch die gegenwärtigen IT-Megatrends wesentlich beschleunigt. Bei diesen Megatrends handelt es sich um den Einsatz der Cloud-Technologien über das Internet zusammen mit der Anwendung mobiler Endgeräte (Smartphone, Tablet-PC) sowie die Datenechtzeitauswertung (Big Data) zur Industrie 4.0-Prozessteuerung und -optimierung zusammen mit der Kommunikation mit Kunden, Mitarbeitern oder weiteren Gruppen über Social Media-Netzwerke. Auch die Konzeption von Enterprise-Content-Management Lösungen (ECM) richtet sich an diesen Geschäftsprozessen aus, weil dort die zu erfassenden Dokumente und Daten für die Weiterleitung oder Abspeicherung der digitalen Informationen innerhalb der Prozessbeschreibung strukturiert dokumentiert ist. Eine wichtige Rolle spielt beim Cloud-Computing die Hard- und Software Virtualisierung, d. h. die Erzeugung von nicht physikalischen Dingen, wie z. B. virtuelle IT-Betriebsumgebungen, Datenspeicher oder IT-Anwendungen, die der Anwender aber als gegenständlich wahrnimmt. Die Vorteile in der Cloud abgelegten IT-Komponenten liegen bei Nutzung eines externen IT-Services z. B. in der flexiblen An - passung des IT-Bedarfes ohne eigene Hardware mit dem damit verbundenen Wartungsentfall sowie geringen Investitionsaufwand aufgrund eines IT-nutzungsabhängigen Bezahlungssystems. Der Bezugspunkt für die Digitalisierung ist hierbei immer der vorher modellierte und dokumentierte reale End-to-End-Businessprozess, weil dort die Geschäftsregeln für die Ausführung der definierten Aktivitäten festgelegt sind. Die Herausforderung für die Unternehmen besteht darin, bei der Prozessdigitalisierung die internen vorhandenen klassischen IT-Applikationen mit den oben genannten virtuellen, d. h. internetbasierten IT-Informationssystemen optimal so zu vernetzen, dass die reale Welt, d. h. die reale Wertschöpfungskette, vollständig durchdrungen wird. (www.gfo-web.de) Prof. Dr.-Ing. Hartmut F. Binner, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der gfo: „Entscheidend für das Erreichen des Optimums ist die prozessorientierte Organisations - entwicklung – hier als Organisation 4.0 bezeichnet.“


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