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BIT 02-2017

44 Geschäftsprozesse Arbeitswelt im Wandel | BIT 2–2017 Haworth: Wenn das Büro für uns denkt Kulturelle Transformation Das Smartphone, 2007 eingeführt, hat die Welt der Arbeit revolutioniert. Eine Büro- und Entertainmentzentrale, mit der man im Notfall auch telefonieren kann. Die nächste digitale Revolution entlässt gerade weitere Kinder. Automobilkonzerne arbeiten mit Hochdruck am Projekt vollautonomes Fahren. Das Gutachten „Hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen“ (HAF), das 2015 veröffentlicht wurde, geht davon aus, dass der Einführung von HAF auf deutschen Autobahnen spätestens bis zum Jahr 2020 keine grundsätzlichen technischen Hindernisse entgegenstünden. Das überrascht nicht – Autos sind bereits heute mit Sensorik vollgepfropft. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) testet man seit 2009 am intelligenten Haus der Zukunft, das in einem integrierten Ansatz Wohnen (Smart Home), Verkehr (Elektromobilität) und Energie (Smart Grid) so kombiniert, das am Ende eine bestmögliche Nutzung und mehr Komfort steht. Jetzt steht das Smart Home vor dem Durchbruch. Laut Smart Home Monitor 2016 zeigt die Hälfte der Befragten Interesse an smarten Assistenten. Ein intelligentes Zuhause, in dem Geräte miteinander vernetzt sind und sich per Smartphone oder Tablet überwachen und steuern lassen, stößt also durchaus auf Akzeptanz. Voll vernetzt oder The new Way of Work? Das Büro macht natürlich keine Ausnahme bei der Smart-Offensive. Dabei geht es vor allem um drei Bereiche: Wie lassen sich durch den Einsatz von Sensoren das Wohlbefinden am Arbeitsplatzes erhöhen, die Qualität des Arbeitsumgebung steigern sowie die Raumnutzung optimieren und Kosten senken? Sensorik im Büro ist prinzipiell keineswegs etwas völlig Neues. Sensoren steuern Türen, den Energieverbrauch und das Licht, aber in der Regel in eigenen Schaltkreisen und nicht vernetzt. Neu ist, dass automatische Sensoren in Schreibtische und Bürodrehstühle integriert werden. Die so genannten Activity Based Work Produkte sollen nicht nur Produktivität und Effizienz steigern, sondern auch unser Feel Good am Arbeitsplatz erhöhen. Nutzer werden bei der Stuhleinstellung auf falsche Sitzpositionen hingewiesen oder vom Schreibtisch zum regelmäßigen Positionswechsel animiert. Büromöbel werden so zu persönlichen Gesundheits- und Fitness - trainern, smart per App gesteuert. Effizient und kluge Nutzung Einen Vorgeschmack, was die Zukunft fürs Büro bringen könnte, liefert das wohl nachhaltigste Büro gebäude der Welt, „The Edge“ in Amsterdam. Entwickelt wurde es vom niederlän - dischen Projektentwickler OLG Real Estate in enger Zusammenarbeit mit dem Ankermieter Deloitte. „The Edge“ steht für eine neue Form des Büro - designs, für eine lebende kollaborative Arbeitsumgebung, die zugleich den Komfort erhöht und die Gesundheit fördert. Das klingt nicht wirklich neu, aber die Art, wie die Ziele erreicht werÜbernimmt das Smart Office die Kontrolle über uns? Folgt auf die Automatisierung des Autos nun die Automatisierung des Büros? Werden Algorithmen sagen, was wir zu tun oder zu lassen haben? Oder erleichtern sie uns das Leben, halten uns fitter und machen uns zugleich produktiver? Was wie Science Fiction klingt, ist bereits Realität – Senior Workplace Strategist Stefan Kiss erklärt. Stefan Kiss, Senior Workplace Strategist und Mitglied im Ideation Team des global agierenden Büromöbelherstellers Haworth: „Unbestritten ist, dass die Umgebungsbedingungen einen großen Einfluss auf die Leistung von Mitarbeitern besitzen.“ Abb.: Haworth. Verbesserte Arbeitsumgebung: Dank Sensorik kann die Arbeitswelt im Smart Office auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen angepasst werden. Abb.: Deezen.


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