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BIT 02-2017

Vor allem Aussteller aus Japan, das als führende Robotik-Nation gilt, zeigten den aktuellen Stand der Entwicklung. Highlights waren ein humanoider Roboter, der in Fernost bereits in Seniorenresidenzen eingesetzt wird, und ein industrieller Roboterarm, der eine flexible Interaktion mit der Umgebung ermöglicht. Zahlreiche Showcases veranschaulichten auf der CeBIT, wie KI-Systeme in der Produktion, im Rahmen der vorausschauenden Wartung, bei der Qualitätssicherung oder als smarte Assistenten am Arbeitsplatz einsetzbar sind. Aber auch für die Zukunft der medizinischen Diagnostik und des autonomen Fahrzeugverkehrs sind selbst lernende Lösungen ein Meilenstein, wie IBM mit seinem Computersystem Watson demonstrierte. Cybersicherheit und Cloud-Computing Zu den gravierendsten IoT-Sicherheitsbedrohungen zählen unzureichend geschützte Verbindungen zwischen Maschinen und dem Web. Diverse Aussteller präsentierten neue Produkte zum Thema Datensicherheit, z. B. für die vernetzte Produktion, Smarte Städte sowie Unternehmen aus dem Mittelstand, die zunehmend ins Visier von Hackergruppierungen geraten. Für Aufmerksamkeit sorgte das „Haunted House“: Ein nachgebautes Smart Home machte ersichtlich, wie Cyber gangster Haushaltsgeräte, eine Heizung mit digitaler Steuerung oder Videoüberwachungskameras angreifen können, wenn nicht rechtzeitig Vorkehrungen getroffen werden. Ob Unternehmen, Anlagen oder Produkte: Cloud-Computing vernetzt alles mit allem und macht das Internet der Dinge erst möglich. Auf der CeBIT standen neben cloudbasierten Diensten für Unternehmensprozesse aller Art besonders Lösungen aus dem Bereich Unified-Communication-as-a- Service im Vordergrund, die sämtliche Kommunikations-Tools in der Cloud bereitstellen. Drohnen: Geschäftsideen zum Abheben Eine komplette Messehalle belegte der Bereich Unmanned Systems & Solutions. Die große Flugarena zeigte live die vielversprechendsten Einsatzmöglichkeiten der smart vernetzten Flugkörper zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Auch Anwendungen in der Logistik sind möglich. Präsentiert wurde u. a. ein Flugroboter, der selbstständig Hindernisse erkennt und ihnen ausweicht, während ein weiteres Modell Luftbilder in einem Radius von 30 Kilometern sammeln kann. AR & VR: Grenzenlose Möglichkeiten In direkter Nachbarschaft zu den Drohnen konnten sich CeBIT-Besucher über das Potenzial der Trend-Techno - logien Augmented & Virtual Reality für Industrie, Handel und Touristik informieren und sich mit den Anbietern professioneller Businesslösungen vernetzen. Auch im Bereich Research & Innovation gab es spannende VRAnwendungen für die Industrie zu sehen: Die Westsächsische Hochschule Zwickau stellte einen Schutzhelm mit integrierter Datenbrille vor, der mit Warnhinweisen die Sicherheit von Stahlarbeitern verbessern soll. Und Fraunhofer-Forscher haben ein Ver - fahren entwickelt, das große CADModelle, die nicht auf ein gängiges Endgerät passen, mit Internettechno - logie in der erweiterten Realität sichtbar macht. Ausrufezeichen im Programm der CeBIT setzten auch die Global Conferences mit mehr als 200 Sprechern auf drei Bühnen, darunter der führende japanische Robotik-Forscher Hiroshi Ishiguro, KI-Visionär Ray Kurzweil, der für die nächsten 15 Jahre die Verschmelzung von Mensch und Maschine voraussagt. Der amerikanische Whistleblower Edward Snowden, der aus seinem russischen Exil per Live-Video zugeschaltet wurde, erklärte, dass es dank der fortschreitenden Ausbreitung von Verschlüsselungstechnologien für Angreifer inzwischen schwieriger sei, an Daten zu kommen. (www.cebit.de) Die Halle 3 mit den Themen „Digital Office – ECM/ Input/Output“ war überwiegend gut besucht. Abb.: Deutsche Messe. Japans Ministerpräsident Shinzō Abe und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel während des CeBIT-Eröffnungsrundgangs am Messe-Montag. Abb.: Deutsche Messe. BIT 2–2017 | 31


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