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BIT 01-2017

BIT 1–2017 | 59 wo mittels einer Compart-Software geprüft wird, ob die eingebetteten Bilder hinsichtlich Größe und Farbintensität den vorgegebenen Kriterien entsprechen. Je nach Testergebnis werden sie entweder an die Bank zur Nachbesserung zurückgeschickt oder in ein AFP-Dokument konvertiert und an den Druckdienstleister übergehen. Der Vorteil dabei: Dieser Prozess läuft automatisiert in über 60 Filialen. Qualität und Kosten Das Thema Automatisierung bestimmte auch im weiteren Verlauf die Agenda. So berichtete die Rku.it GmbH darüber, wie sie eine zentrale Plattform für den kompletten physischen und elektronischen Versand schuf und damit die Grundlagen für eine effizientere und günstigere Abwicklung des Druckvorganges. Anschaulich beschrieb Referent Stephan Sander den automatisierten Ablauf eines Jobs – von der Auftragseröffnung durch den Kunden bis zur Druckauf - bereitung mit anschließender Freigabe und Übergabe an die Druckdienstleister. Die „neue Welt“, wie Sanders die Erneuerung nannte, zeichne sich vor allem durch eine höhere Qualität in der Dokumentenproduktion aus. Zudem habe man durch den Wegfall vieler bisheriger manueller Tätigkeiten die Kosten signifikant senken können. Höhere Qualität und geringere Kosten – in diesem Spannungsfeld bewegen sich heute die meisten Unternehmen, wenn es um ihre Dokumentenverarbeitung geht. Jeder geht anders damit um, entsprechend viel- fältig sind die Lösungsansätze, wie das Comparting deutlich machte. Die Alte Leipziger Lebensversicherung AG z. B. konzentriert sich nun, nachdem sie im ersten Schritt ihr komplettes Output- Management für eine höchstmögliche Flexibilität beim physikalischen und elektronischen Versand reorganisiert hat, auf die Optimierung ihrer Dokumentenprüfung. Ziel des zu den Top Ten der deutschen Versicherer zählende Unternehmen ist es, schnell und zuverlässig zu prüfen, wie sich Änderungen an den dokumentengenerierenden Systemen auf das Dokument selbst, aber auch auf die nachgelagerte Verarbeitung (Kuvertierung, Versand) auswirken. Referent Simon Egerland legte anschaulich dar, wie sich durch das automatisierte Testen aller Layout-, Funktions- und Versandeigenschaften die Dokumentenproduktion insgesamt besser überwachen lässt. Veränderte Arbeitswelt Harald Grumser, Gründer und CEO von Compart, nahm die Teilnehmer auf eine Reise durch Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Dokumenten und Output-Management mit. Seine wichtigsten Aussagen waren: • Die Umstellung auf Farbdruck ist noch nicht vollständig vollzogen • Die Verdrängung des Offsetdrucks hält unvermindert an • Webseiten werden immer anspruchsvoller, daher liegt HTML5 als Auszeichnungssprache voll im Trend • Digitalisierung verändert die Arbeitswelt immer stärker • Sachbearbeitung ist sehr stark dokumentenorientiert. Er machte deutlich, dass Digitalisierung in der Dokumentenverarbeitung keine „neue Sau ist, die durchs Dorf getrieben wird“. Vielmehr gehe es hier um riesige Einsparpotenziale, über die bisher viel zu wenig gesprochen wurde. Heute gebe es kaum noch Geschäftsvorfälle ohne Dokumente. Das habe natürlich Auswirkungen auf die Infrastruktur. Daher müssten sich Unternehmen mehr denn je Gedanken über neue Lösungsarchitekturen in der Dokumentenverarbeitung machen. Die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen spiele vor diesem Hintergrund eine wichtige Rolle, so das Fazit von Harald Grumser. Auch die anderen Vorträge auf dem Comparting – darunter die Ausführungen vom Postdienstleister Postcon zu Portooptimierung durch intelligente Verzahnung von Druck und Versand – bestätigten die Grundthese: Kostendruck ist ein wesentlicher Treiber für die Modernisierung der Dokumentenverarbeitung in Unternehmen. Ein guter Mix Wie stets war es die Mischung aus strategischen Grundsatzvorträgen und praxisnahen Anwenderberichten, die die Besucher aus dem In- und Ausland fesselten. Wie in den Vorjahren gab es wieder einen gesonderten Track mit Präsentationen aus und für Frankreich. Für Furore sorgte vor allem der Vortrag von SMA. Der französische Versicherungskonzern berichtete, wie er durch die Entwicklung von zwei Lösungen zum Management seiner Sendungen die Druck-(Porto-)kosten konzernweit reduzieren konnte. Einer der besten Präsentationen auf dem Kongress – so die Meinung vieler Teilnehmer. Seit Jahren wächst kontinuierlich die Zahl der französischen Besucher auf dem Comparting. Deshalb gab es auch dieses Mal wieder einen offenen französischsprachigen Roundtable, auf dem die Teilnehmer die aktuelle Marktsituation im Nachbarland diskutierten. Insgesamt wurde deutlich: Auch wenn Deutsch noch als Kongresssprache dominiert – das Comparting ist internationaler geworden. Das nächste Comparting findet am 9. und 10. November 2017 statt. (www.compart.com/comparting-2016) Das Comparting 2016 beleuchtete die unterschied - lichen Facetten der modernen Kundenkommunikation.


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