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BIT 01-2017

Spuren. So erkennen Unternehmen auf Grund des Marktdrucks, dass die richtige Kundenansprache zunehmend zum Wettbewerbsfaktor wird – was bei der korrekten Schreibweise des Namens ja beginnt. Das Problem ist nur, dass viele Firmen veraltete Codepage-Strukturen besitzen bzw. auf die Codepage-basierte Verarbeitung setzen. Mit der Folge, dass sie nicht in der Lage sind, mehr als 100 unterschiedliche Buchstaben und Symbole darzustellen. Hier sind Projekte erforderlich, um die alten ITStrukturen Unicode-fähig zu machen. Regeln für die Unicode- Nutzung definieren Dass man an diesem Standard nicht vorbeikommt, wird ja von niemandem bestritten. Strittig ist vielmehr die Umsetzung. Wie lassen sich bestehende IT-Strukturen in Unternehmen und Organisation möglichst effizient auf Unicode umstellen? Hier herrscht oft Ratlosigkeit bzw. Verwirrung. Die einen wollen, um auf Nummer sicher zu gehen, möglichst alles abdecken. Und die anderen agieren nach Gefühl und sind sich gar nicht bewusst, welche Auswirkungen fehlende Unicode-Zeichen haben können. Fest steht: Bei Unicode muss man sich auf das Wesentliche beschränken. Der öffentliche Sektor in Deutschland ist in diesem Zusammenhang Vorreiter. Hier gibt es inzwischen klare Regelungen, welche Unicode-Zeichen abgedeckt werden müssen. So hat beispielsweise der IT-Planungsrat von Bund und Ländern mit seinem Beschluss 2014/04 einen einheitlichen Unicode-Zeichensatz für die Registerführung und die Datenübermittlung festgelegt. Danach müssen die Namen von Personen in allen elektronischen geführten Verzeichnissen der öffent - lichen Verwaltung identisch gespeichert werden. Unterstützung durch OM-Spezialisten suchen Andere Branchen wie Banken und Versicherungen hinken hinterher. Manche besitzen überhaupt keine Unicode- Unterstützung, andere wiederum haben ihre Anwendungen zwar auf den Standard umgestellt, wissen aber letztlich nicht, wie sie damit umgehen sollen. Was fehlt, sind genaue Regeln im Handling, quasi die „Leitplanken“. Da werden sich die Branchenverbände und Institutionen wohl bald Gedanken darüber machen müssen und entsprechende Empfehlungen aussprechen. Doch bis es soweit ist, müssen sich die Unternehmen selbst behelfen und eigene Richtlinien festlegen. Es werden noch Jahre vergehen, bis die Systeme der Dokumentenerstellung und -verarbeitung in den Unternehmen in der Lage sind, den vorgeschriebenen Zeichenvorrat auch in hoher Qualität zu unterstützen. Ausschließlich lateinische Code - pages jedenfalls reichen nicht mehr aus. Andererseits: Je mehr Unicode- Abdeckung man anstrebt, desto komplizierter wird es – schließlich betrifft es alle Systeme innerhalb der Dokumentenverarbeitung – von der Erstellung über die Formatierung und Konvertierung bis zum Versand auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen. Gut beraten ist deshalb, wer sich dafür die Unterstützung eines Spezialisten für Dokumenten- und Output-Management sucht, der sich auch mit den Spezifika von Unicode auskennt. (www.compart.com) Unicode-Datenbank von Compart Eines der umfangreichsten Verzeichnisse seiner Art bietet umfassende Recherchemöglichkeiten. Seit Juni vergangenen Jahres ist auf der Website von Compart (www.compart.com) eine Datenbank zu Unicode, dem internationalen Standard für die digitale Kodierung von Schriftzeichen, verfügbar. Sie enthält die gängigsten Codes unterschiedlicher Schrift - systeme und wird kontinuierlich erweitert bzw. aktualisiert. So sollen demnächst auch Zeichensätze aus China, Japan und Korea in die Datenbank aufgenommen werden. Ziel ist es, Programmierern ein verlässliches und umfangreiches Nachschlagewerk an die Hand zu geben und sie dadurch in ihrer Arbeit zu unterstützen. Das in Deutsch und Englisch vorliegende Unicode-Verzeichnis ist komplett in einem „Responsive Design“ umgesetzt und zeichnet sich durch eine übersichtliche Darstellung sowie eine hohe Geschwindigkeit im Seitenaufbau aus. Alle Zeichen sind logisch klassifiziert und lassen sich daher einfach recherchieren. Sie enthalten detaillierte Informa - tionen einschließlich Quellenangaben sowie weiterführende Links bzw. Verknüpfungen mit verwandten Themen. Der größte Nutzen dieses umfangreichen Verzeichnisses liegt in den ausgefeilten Recherchemöglichkeiten sowohl zu grundsätzlichen Fragen (Welche Zeichen sind in einer bestimmten Codepage hinterlegt? Wie viele Buchstaben mit einem Trema gibt es?) bis hin zu sehr spezifischen Anfragen (z. B. Wie lautet zu einem bestimmten Buchstaben bzw. Symbol der entsprechende AFP-Character?). Hier geht es zur Unicode- Datenbank von Compart: https://www.compart.com/de/unicode Die Unicode-Datenbank von Compart ist ein verlässliches und umfangreiches Nachschlagewerk, das die gängigsten Codes unterschiedlicher Schriftsysteme enthält. Abb.: rawpixelcom, Fotolia. BIT 1–2017 | 53


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