Page 46

BIT 01-2017

Geschäftsprozesse Enterprise-Content-Management 46 | BIT 1–2017 IT & Business als eigenständiges Messeformat abgesetzt Marktresonanz zu gering Es kam so, wie es kommen musste. Auch die Landesmesse Stuttgart muss eingestehen, dass 4000 Fachbesucher für eine IT-Messe mit überregionalem Anspruch entschieden zu wenig sind. Die IT & Business als ein eigenständiges Messeformat in der Reihe der Industriemessen am Standort Stuttgart wird es nicht mehr geben. Ein Grund hierfür sind vor allem sinkende Aussteller- und Besucherzahlen in den vergangenen Jahren. Wer die Entwicklung der IT & Business in den letzten Jahren genauer verfolgt und sich selbst vor Ort ein Bild von der Messe gemacht hat, für den ist diese Entscheidung sicher keine Überraschung. Die Fakten sprechen dabei klar für sich. Ursprünglich hatte Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäftsführung der Messe Stuttgart, als Ziel für das Messeduo aus IT & Business sowie DMS Expo 750 bis 1000 Aussteller sowie 20000 bis 25000 Besucher ausgegeben. Im Interview mit der BIT (Ausgabe 5/2014) erklärte Kromer bereits damals: „Diese früheren Zielsetzungen basierten auf Rahmenbedingungen, die sich im Laufe der Zeit geändert haben. Die IT & Business war von Anfang an eine auf den gesamten deutschsprachigen Raum ausgerichtete Fachmesse, aber vor allem in Österreich und in der Schweiz hat sich die Mobilisierung von Besuchern als schwieriger erwiesen als anfangs gedacht.“ Das hat sich im Endeffekt auch in den Zahlen widergespiegelt. Nach 7500 Besucher im Jahr 2015 kamen letztes Jahr lediglich 4000 Besucher in die Schwabenmetropole. Absolut desolat. An Akzeptanz verloren „Das Konzept der IT & Business hat an Akzeptanz verloren. Unsere Kunden wünschen sich ein anderes Format. Auf diese Marktresonanz reagieren wir. Unsere Aufgabe ist jetzt, ein neues Konzept vorzulegen, mit unseren Partnern zu besprechen“, erklärt Ulrich Kromer von Baerle schließlich und denkt dabei an Formate wie Kongress oder Begleitausstellung. Kromer: „Industrie 4.0, digitale Transformation und IT sind bereits heute wichtige Sonderschaubereiche auf unseren Fachmessen.“ Seit der Erstveranstaltung der IT & Business in Stuttgart im Jahr 2009, wurden zahlreiche Initiativen und Maßnahmen gemeinsam mit den Ausstellern sowie den ideellen und fachlichen Trägern erarbeitet und umgesetzt. Die Konsolidierung durch die Zukäufe von DMS Expo und CRMExpo konnte den Trend ebenso wenig stoppen, wie die Stärkung der Open Conference mit vier Fachforen oder die Förderung von Showcases, konkreten Anwendungsbeispielen der digitalen Transformation. Der Blick nach vorne Gunnar Mey, Abteilungsleiter Industrie bei der Messe Stuttgart, hatte direkt nach der letztjährigen IT & Business noch positive Töne angeschlagen: „Wir freuen uns darüber, dass die Erweiterung mit praxis- und anwendernahen Elementen auf der IT & Business auf positive Resonanz gestoßen ist.“ Jetzt arbeitet die Messe Stuttgart nach eigenen Angaben konsequent an einer Neuausrichtung der IKT- und Digitalisierungs-Themen am Standort. Ein Markt hierfür sei da, sagt Gunnar Mey: „Die Unternehmen fragen sich, wie genau Industrie 4.0 und Digitalisierung umgesetzt werden können, welche Anbieter bereits erfolgreich Projekte realisiert haben und welche Anwendungen bzw. Modelle überhaupt möglich oder sinnvoll sind. Akronyme und reine Bildschirmpräsentationen reichen heute nicht mehr aus, um Anwendungen im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu machen.” Es ist schade, dass die Branche mit dem Niedergang der DMS Expo bzw. der IT & Business nach vielen erfolg - reichen Jahren nun einen herben und nachhaltigen Verlust hinnehmen muss. (www.itandbusiness.de) Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäfts - führung der Messe Stuttgart: „Das Konzept der IT & Business hat an Akzeptanz verloren.“ Abb.: Messe Stuttgart. Die Fahnen der IT & Business werde in Zukunft nicht mehr wehen. Die Messe wurde eingestellt. Abb.: Messe Stuttgart.


BIT 01-2017
To see the actual publication please follow the link above