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BIT 01-2017

Geschäftsprozesse Telekom: Warum die Hamburger Reederei DAL plant, ihre Container zu vernetzen Reisetagebuch eines Schiffscontainers Immer größere Schiffe, sinkende Frachtraten, steigende Überkapazitäten: Obwohl 90 Prozent aller Stückgüter im globalen Handel mit Containerschiffen über die Weltmeere transportiert werden, nimmt der Wettbewerbsdruck unter Reedereien weltweit zu. Um der Konkurrenz voraus zu sein und ihren Kunden neue Services anbieten zu können, setzt die Hamburger Reederei Deutsche Afrika-Linien (DAL) auf intelligente Schiffscontainer, die mit der Cloud der Deutschen Telekom vernetzt sind. Auf den ersten Blick sind es einfache Stahlbehälter – doch in den Boxen steckt ein robustes Tracking-Modul, das die Hamburger Reederei DAL in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom entwickelt und mit dem sie ihre Schiffscontainer ausgerüstet hat. Per GPS lässt sich die Position der Container erfassen – so kann die Reederei ihren Kunden jederzeit den Standort und vor allem die genaue Ankunftszeit der transportierten Waren mitteilen. Das „Smart Container Device“ verfügt darüber hinaus über verschiedene Sensoren, die den Container in Echtzeit überwachen und Türöffnung, Neigung, Erschütterung oder Außentemperatur erfassen. Transparenz im Schadenfall Für jeden Transportauftrag kann DAL individuelle Grenzwerte festlegen – etwa, wie stark ein Container kippen darf, ohne dass die enthaltene Ladung beschädigt wird. Stürzt der Container um, schlägt ein Schocksensor Alarm. Das ermöglicht dem Kunden, bei Bedarf rechtzeitig und kurzfristig Ersatz zu beschaffen. Oder liefert Hinweise darauf, dass etwa eine Ladung Orangen aus Südafrika bereits beim Verladen so beschädigt wurde, dass die gesamte Charge drei Wochen später bei der Ankunft in Hamburg ungenießbar wurde. So lässt sich auch nachträglich klären, wann und wo der Schaden verursacht wurde, wer die Verantwortung trägt und wer die Kosten übernehmen muss. Die Vernetzung der Container schafft hier eine neue Transparenz. Für eine lückenlose Überwachung Das Modul sendet alle Sensordaten über das Mobilfunknetz der Telekom in die Cloud der Dinge. Diese cloud - basierte Plattform für das Internet of Things (IoT) sammelt die Informationen und stellt sie grafisch übersichtlich in einem Webportal dar. So sieht der DAL-Mitarbeiter in der Hamburger Zentrale am Monitor nicht nur, wo jeder Container gerade unterwegs ist. Sondern auch, ob und wann ein Neigungssensor angeschlagen hat, ob die Containertür geöffnet oder das Tracking-Modul entfernt wurde. Auch die Umgebungstemperatur lässt sich über die gesamte Transportzeit nachvollziehen. „Unsere Kunden wissen jetzt lückenlos und zu jeder Zeit, wo sich ihre Ware befindet, wann sie ankommt und ob sie in einem ordnungsgemäßen Zustand ist“, sagt Ralf Stüwe, Manager Operations Liner Services bei DAL (www.telekom.de/geschaeftskunden) DAL-Mitarbeiter kontrolliert das Tracking-Modul am Container. Container-Tracking am Monitor bei DAL. 10 | BIT 1–2017 Office


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